Österreichs Fenster in die eSports Welt

Archive for März, 2020

COVID-19: Jetzt schlägt die Stunde des eSports!

Seit knapp zwei Wochen ist die Welt durch COVID-19 im Ausnahmezustand. Die Welt steht fast überall still und vor allem herkömmliche Sportveranstaltungen leiden unter dem derzeitigen Status Quo. Doch gerade jetzt schlägt die Stunde des eSports und wir erklären euch warum!

Flexibilität ist alles!

Natürlich ist auch die eSports-Szene von COVID-19 nicht ganz verschont worden. So musste das Button Festival auf den 8. Mai verschoben werden und selbst dieser Termin könnte wackeln. Das Highlight der österreichischen eSports-Szene ist nur eines von vielen die verschoben, beziehungsweise abgesagt werden mussten.

Dennoch zeigt sich eine der größten Stärken der digitalen Wettkämpfe. So werden Ligen, die normalerweise offline ausgetragen werden, einfach von zu Hause ausgespielt. So hat die ESL und Riot schnell reagiert und deshalb kann man die ESL Pro League oder die kontinentalen League of Legends Ligen trotzdem weiterhin auf Twitch verfolgen. Diese Flexibilität ist ein elementarer Bestandteil von eSports und dieser Vorteil zeigt sich auch bei den Zuschauerzahlen. So hat die ESL Pro League bei einem regulären Liga-Spiel zwischen OG und Tyloo allein auf Twitch knapp 60.000 Zuschauer zu verzeichnen gehabt. Das ist absoluter Rekord für ein Liga-Spiel, das nicht einmal ein Topspiel war in den letzten Tagen.

Sim Racing massiv im Aufwind

Ein eSports-Bereich, der massiv von der COVID-19 Pandemie profitiert ist die Sim-Racing Szene. Nachdem sämtliche Rennserien abgesagt wurden, konnten Szene-Größen wie Veloce eSports kurzerhand ein Ersatz-Programm auf die Beine stellen. Dadurch entstanden zwei Formel 1 Rennen, die auf den Strecken der ersten zwei abgesagten Grand Prix stattfanden. Mit „Not the AUS GP“ und „Not the BAH GP“ konnte man zwei sehr erfolgreiche Rennen mit einem prominenten Teilnehmerfeld aus dem Boden stampfen. Es war auch sehr spannend zu sehen, wie zum Beispiel der Formel 1 Fahrer Lando Norris virtuell gegen Vollzeit-Sim Racer besteht oder auch der Torhüter von Real Madrid, Thibaut Courtois, sich auf dem virtuellen Asphalt schlägt.

Das Teilnehmerfeld des „Not the BAH GP“!

Die Zuschauer kamen deswegen auch in Scharen vor den Monitor. So verfolgten plattformübergreifend knapp 250.000 Fans die offizielle Übertragung, während Lando Norris der meistgeschaute Streamer auf Twitch war zu diesem Zeitpunkt mit über 100.000 Viewer.

Daraufhin ist auch Liberty Media (der Eigentümer der Formel 1 Anm. d. Red.) auf diesen Zug aufgesprungen und hat den „Virtual Grand Prix“ ins Leben gerufen. Bei der ersten Ausgabe dieses Rennens konnte auch ein Österreicher überzeugen. Philipp Eng, der normalerweise bei der DTM und in Le Mans im Einsatz ist, konnte mit Platz drei eine Podiumsposition einfahren. Er wurde nur von Guanyu Zhou, Testfahrer für Renault F1, und Stoffel Vandoorne, Formula E Fahrer, geschlagen.

Die Kreativität der Community kennt keine Grenzen

Auch die eSports-Community in Österreich hat sich einiges einfallen lassen, um die Zeit zu Hause interessant zu gestalten. Woop Tv bietet zum Beispiel einen Schulunterricht über Twitch an oder auch eSports Mostviertel, die ihren Discord zum Zocken zur Verfügung stellen. Zusätzlich gab es auch für die abgesagte Leipziger Buchmesse eine Online-Version davon mit vielen Publishern und Comic-Artists.

Der COVID-19 Unterrichtsstream von Woop TV war ein voller Erfolg!
Der COVID-19 Unterrichtsstream von Woop TV war ein voller Erfolg!

Wir hoffen, dass ihr gesund bleibt und zu Hause bleibt! Es gibt immer einen unvollständigen Grind, der noch zu absolvieren ist! 😉

Flayn eSports: Die Newcomer im Interview!

Österreich ist um ein weiteres eSports-Team reicher! Flayn eSports wurde vor knapp einem Jahr von dem 24-jährigen Salzburger Lucas Schwabinetzky gegründet und versucht jetzt groß im eSports-Business aufzusteigen. Wir haben ihn für ein Interview getroffen!

(eSports.at) Stell deine eSports-Organisation vor!

Lucas Schwabinetzky: Flayn eSports wurde vor circa einem Jahr gegründet und wir sind als erstes in League of Legends eingestiegen. In diesem Spiel wollten wir uns als Talentschmiede etablieren und trotzdem Erfolge einfahren. In dieser Hinsicht eine Balance zu schaffen zwischen unerfahrenen Rookies, die trotzdem den notwendigen Skill mitbringen und auch auf der großen Bühne performen können war definitiv nicht einfach. Das haben wir Anfangs aber gut geschafft und haben uns dort in den jeweiligen internationalen Ligen etabliert.

Vor circa sechs Monaten sind wir den nächsten Schritt gegangen. Wir haben Flayn eSports als Unternehmen in Österreich registriert und haben zusätzlich noch eine Clash Royale und Super Smash Bros-Sektion aufgemacht.

Ihr seid eines der wenigen Teams das offiziell als Unternehmen eingetragen ist. Warum seid ihr diesen Schritt gegangen?

Ich habe es mir lange überlegt, ob ich Flayn eSports als Verein eintragen soll oder nicht, aber die Vorteile einer Unternehmensgründung haben überwogen. Die Gründung des Unternehmens war am Anfang definitiv nicht günstig, aber es ist jetzt klar definiert, wer der Eigentümer ist und was unsere Ziele sind. Ein Unternehmen muss zwangsweise Gewinne einfahren und das wollen wir auch. Natürlich wollen wir auch die Talente-Entwicklung weiter vorantreiben, aber das schließt das andere Ziel nicht aus.

Dieser mutige Schritt wirft auch eine weitere Frage auf: Wie finanziert ihr euch?

Die ehrliche Antwort darauf ist, dass ich ein Selbstinvestment gemacht habe. Es ist eine Firma und deswegen muss man natürlich Geld in die Hand nehmen. Ich habe schon mitbekommen, dass man sich in Österreich ein bisschen davor scheut, aber aus meiner Sicht ist es notwendig um die hoch gesteckten Ziele wirklich auch erreichen zu können. Am Anfang ist deshalb dieses Investment nötig und ich habe das gerne gemacht. Jetzt kommen schön langsam auch die Sponsoren und dann entspannt sich auch die finanzielle Lage etwas. Für den Start war es aber notwendig, um auch schneller in die Position zu kommen, um für potenzielle Sponsoren auch attraktiv zu sein.

Eure League of Legends Teams waren am Anfang mehr im Ausland aktiv als im Inland. Warum habt ihr euch auf andere Regionen fokussiert?

Da gibt es einen einfachen Grund: Die österreichische Szene wächst einfach zu langsam. Der eSport hier ist einfach im europäischen Vergleich zu klein. Unser erstes Team haben wir in Deutschland aufgezogen und haben dann stetig expandiert. Jetzt haben wir insgesamt drei League of Legends-Squads in Deutschland, Dänemark und Tschechien mit teilweise gutem Erfolg.  Wir hatten auch ein Team in der Schweiz und haben es dort geschafft, dass eSportler in der Schweiz anerkannt werden und zum Beispiel während dem Militär-Dienst weiter trainieren dürfen.

Einer der besten österreichischen Clash Royale-Spieler unter der Flagge von Flayn eSports!
Einer der besten österreichischen Clash Royale-Spieler unter der Flagge von Flayn eSports!
Copyright: Flayn eSports

Welche Ziele willst du im Jahr 2020 erreichen?

Grundsätzlich wollen wir uns als Organisation in Österreich etablieren und ein gewisses Prestige erreichen. Wir versuchen bei den nächsten Ligen einen rasanten Aufstieg hinzulegen. Wir haben auch schon ein League of Legends-Team mit bekannte österreichische Akteure. Zusätzlich haben wir in Clash Royale drei Spieler in unseren Reihen, die in der Vergangenheit auch schon groß aufgezeigt haben. Einer von denen ist „YYYYY“ der sich derzeit stärkster österreichische Spieler nennen darf.

Für die anderen Ziele ist es insofern davon abhängig, wie sich die Sponsorensuche in naher Zukunft gestaltet, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Jahr 2020 weiter für Furore sorgen werden!

Falls ihr den Weg von Flayn eSports weiter verfolgen wollts, dann ist hier der Twitter-Link für euch!

Die FIFA-Spieler von Austria Wien eSports im Interview!

Die FIFA-Jungs von Austria Wien eSports sorgten für einige Schlagzeilen in den letzten Monaten. Wir haben sie zu einem Interview getroffen und sie über ihre Erfolge befragt!

Das erste Viertel des neuen Jahres ist vorbei und ein Team, dass für die meisten Schlagzeilen sorgte, ist das FIFA Team der FK Austria Wien. Der Fußballverein hat mit Marcel „Juno16x“ Holy und David „Neubi“ Neubauer die zwei vielversprechendsten Talente in ihren Reihen. Wir haben sie getroffen und über die Erfolge der zwei Profis geplaudert!

„Am stolzesten war ich auf den eBundesliga-Titel!“

Das kompetitive Jahr hat für die zwei beim eBundesliga-Finale Anfang Februar in Wien begonnen. Nachdem das Team-Finale etwas durchwachsen verlaufen ist, konnte Marcel Holy jedoch das Einzelfinale für sich entscheiden. Dieser Erfolg war für ihn auch der Schönste, wie er uns erzählt: „Also am stolzesten war ich auf den eBundesliga-Titel, weil mir das schon sehr viel bedeutet hat, auf heimischen Boden den Titel zu holen!“

Sichtlich glücklich ist Marcel Holy nach seinem eBundesliga-Titel!
Sichtlich glücklich ist Marcel Holy nach seinem eBundesliga-Titel!
Copyright: Lukas Bergmann

Schon ein paar Tage nach dem Sieg in der eBundesliga ging es für die Zwei weiter zum nächsten Mega-Event.  Die FIFA Klub-WM wartete in Mailand und da repräsentierten sie nicht nur die Austria, sie waren auch die einzigen österreichischen Vertreter. Für David Neubauer war dieses Event eine Premiere: „Marcel konnte schon vorher an solchen Turnieren teilnehmen, aber für mich war es das erste Mal, dass ich bei einem Event in dieser Größenordnung mitspielen durfte. Auch wenn in der Gruppenphase nur ein Punkt zum Weiterkommen gefehlt hat war es trotzdem eine coole Erfahrung!“

Zwei Wochen später ging es für Holy nach Paris zum FUT Champions Cup, eines der größten Turniere für die kompetitive FIFA-Szene. Dort war auch nach der Gruppenphase Endstation, wieder denkbar knapp. Dennoch konnte er sich zu den besten 32 Spielern der Welt auf der Xbox zählen!

Ein kleiner Schritt fehlt noch auf die Elite

Wenn man einen Blick auf die FIFA 20 Global Series Weltrangliste wirft, dann sieht man die Jungs von Austria Wien eSports sehr weit vorne im Ranking. Holy belegt derzeit den 35. Platz und Neubauer den 89. Platz. Dieses Zwischenergebnis sieht gut aus, dennoch war es für sie „ziemlich bitter, dass wir bei den Global Events so knapp rausgeflogen sind“. Die Platzierung als auch die Performance zeigt, wie knapp es zugeht in der internationalen Spitze und das noch ein kleines bisschen fehlt um konstant in der Spitze mitzuspielen.

Neubi und Juno von Austria Wien eSports sind hochkonzentriert bei der Klub-WM!
Neubi und Juno sind hochkonzentriert bei der Klub-WM!
Copyright: Tullio Puglia – FIFA/FIFA via Getty Images

Dennoch sind sie bis jetzt glücklich über ihre Leistung. Zusätzlich kommt dazu, dass sie nicht nur Trainingspartner sind wie Neubauer erzählt: „Als er in Paris das Einzelturnier gespielt hat, bin ich mit ihm mitgeflogen und habe ihn als Coach so gut wie möglich unterstützt. Da war es auch bitter, dass es knapp nicht für die KO-Phase gereicht hat und ich habe mit ihm mitgelitten.“

Ist die FIFA-Saison beendet?

Das einzige, das den derzeitigen Erfolgslauf stoppen konnte ist die derzeitige Situation, in der sich viele Länder befinden. So hätte sich Holy für einen weiteren Cup in Bukarest qualifiziert, der wurde aber jedoch abgesagt genauso wie alle anderen von EA gesponserten Events. Davon ist auch leider Neubauer nicht verschont worden. Seine Qualifikationsturniere auf der Playstation wurden auch ersatzlos gestrichen und das trifft ihn sogar noch ein bisschen härter als Holy, der schon mehr Punkte auf dem Konto zu verzeichnen hat.

Bei der derzeitigen Form der beiden Austria Wien-Spieler ist das schade. Wenn man sich aber die die Ergebnisse der letzten Monate anschaut, dann kann man aufjedenfall davon ausgehen, dass sie über das Jahr 2020 hinaus weiter in der FIFA-Szene für Furore sorgen werden. Vielleicht können wir die zwei sogar in naher Zukunft bei den Global Finals die Daumen drücken!

Falls ihr den Weg der zwei verfolgen wollt, dann followed doch den offiziellen Twitter-Account von Austria Wien eSports!

Coca Cola Breakpoint Ultimate Season zwei steht in den Startlöchern!

Nach dem überwältigenden Erfolg der ersten Ausgabe der Coca Cola Breakpoint Ultimate Events steht jetzt schon Season zwei vor der Tür! Wir haben die Infos für euch!

Super Smash Bros. Ultimate boomt wie kein zweites Spiel in der österreichischen eSports-Szene und mitverantwortlich dafür sind die zahlreichen Events. Wir haben uns mit Jennifer Rassi getroffen und haben die wichtigsten Infos für die zweite Season für euch zusammengetragen!

„Unser Hauptfokus liegt auf der lokalen Community!“

Nachdem die erste Ausgabe des Coca Cola Breakpoint Ultimate ein voller Erfolg war, wollen die Veranstalter am Erfolgsrezept festhalten. „Wir wollen unsere lokale Community stärken und das geht nur mit einer professionellen Infrastruktur. Das ist in diesem Fall eine stabile Turnierorganisation mit dazugehörigem Livestream und ein bisschen Preisgeld“, so Jennifer Rassi.  „Wir haben gemerkt, wie sehr die Smash-Community-Events dieser Art wollen und haben uns deshalb entschieden, eine zweite Turnierreihe zu starten. Die Art und Weise wollen wir beibehalten und die Anzahl der Spieler etwas erhöhen“, so Rassi weiter.

Mehr Events und „Special Guests“

Auch wenn bis auf das Startdatum noch nicht alles fixiert ist, so kann man sich schon auf Events auch außerhalb von Wien freuen! Rassi gibt sich diesbezüglich sehr zuversichtlich: „Durch das stetige Wachstum der Spielerzahlen haben wir gleich beschlossen zu expandieren. Das haben wir auch forciert und haben mit Salzburg und Graz zwei Städte die über eine sehr passionierte Szene verfügen. Durch diese Neuerung wollen wir auch die Community außerhalb von Wien näher zusammenbringen!“

Fistbump-Action ist garantiert beim Coca Cola Breakpoint Ultimate!
Fistbump-Action ist garantiert beim Coca Cola Breakpoint Ultimate!
Copyright: Luc Bouchon/ VCA

Als Bonus gibt es bei jedem Event einen Special Guest! Für jedes Event wird ein Topspieler aus einem anderen Land eingeladen um für Abwechslung zu sorgen. Man kann also von einem Fixtermin für die Smasher in Österreich sprechen!

Für weitere Informationen und zukünftige Ankündigungen können wir euch die Twitter-Seite der Vienna Challengers Arena ans Herz legen.

Wir wünschen euch viel Spaß und Game on!