Österreichs Fenster in die eSports Welt

Archive for Juni, 2020

Karriere in eSports: Wie geht das? Teil 6 – Team Manager

Matthias Luttenberger ist in der eFootball.Pro Liga der erste Coach für ein eSports Team bei einem der weltweit erfolgreichsten Fußball Clubs, dem FC Bayern München. Wie er mit dem Verein zusammenarbeitet und sein Team auf das bestmögliche Niveau bekommt, hat er uns im Interview erzählt.

Wie ist es zum Job als Team Manager bei FC Bayern München gekommen?

Letztes Jahr im Oktober war die erste Kontaktaufnahme der Bayern. Als verdienter eSportler in der Szene habe ich bereits im Sommer Hoffnung geschöpft, dass ich bei diesen Spitzenverein eventuell Fuß fassen kann. Damals wurde auch die Partnerschaft mit Konami veröffentlicht. Nach den ersten Gesprächen hat sich dann die Coaching und Team Manager Rolle für mich als passende Position herauskristallisiert.

Was steht bei dir am Tagesplan und was sind deine täglichen ToDo´s mit dem Team?

Ich bin die Schnittstelle zwischen Spieler, Verein und Agentur. Wir haben ein System eingeführt wo wir alle Koop-Spiele, 1on1-Spiele und Ergebnisse sammeln um dem Verein eine 100% Transparenz bieten zu können. Zudem streamen wir alle Koop-Trainingseinheiten die wir später sehr gut für die Videoanalyse verwenden können. Wir wollten von Anfang an dieses Projekt auf höchstes Niveau bringen. Die PES-Szene auf diesem professionellen Niveau ist noch sehr jung. Darum wollen wir von Beginn an die Spieler an professionelle Strukturen gewöhnen.

Aktuell ist meine Rolle noch ein Teilzeitjob. Wir sind auch der einzige Verein in der eFootball.Pro Liga der mit einem Coach wie mir arbeitet. Ich aber gehe davon aus, dass in der nächsten Saison auch andere Vereine diese Position besetzen werden.

Lutti´s Tipp: Ergreif die Gelegenheit, wenn sie vor dir steht!

Wie ist deine Herangehensweise bei neuen Teamspielern?

Wir haben uns für ein spanisches Team entschieden. Jose Sanchez und Miguel Mestre Oltra haben bereits in der letzten Saison gemeinsam in einem Team gespielt und haben dabei für Furore gesorgt. Am Ende der Transferzeit hat sich die Chance ergeben Alejandro Alguacil vom FC Barcelona zu verpflichten. Seitdem spielen wir ausschließlich mit diesem Team.

Wir hatten vor dem Start der Liga nur zwei Wochen Zeit, um uns als Team zu finden. In dieser Zeit habe ich sehr viele Spiele gegen alle drei gehabt, um ihren Charakter und Eigenschaften kennenzulernen. Zusätzlich wurde die PES Szene über Jahre von einem kleinen Kern dominiert und kenne sie gut. All diese Erkenntnisse habe ich in die Zusammenstellung des Teams eingebracht.

Es freut mich auch sehr, dass sich die Jungs wirklich gut in den Verein integriert haben und bin stolz, dass sie die typische „Mia San Mia“ Bayern Mentalität auch leben.

Wie bekommst du deine Spieler auf ihr bestmögliches Niveau?

Der Teamsport unterscheidet sich enorm von den üblichen Einzelturnieren. Die Chemie untereinander ist enorm wichtig. Die Jungs verbringen einige Stunden pro Woche miteinander vor oder neben der Konsole. Unser Teamspirit unterscheidet uns sicherlich von einigen Teams. Wir versuchen uns gegenseitig immer positiv zu unterstützen und wir haben auch im Laufe der Saison bewiesen, dass wir mit Rückschlägen gut umgehen können.

Mein Fokus liegt darauf geordnete Strukturen reinzubringen und mit vielen Einzel- und Teamgesprächen auf etwaige Herausforderungen frühzeitig reagieren zu können. Wir versuchen dem Team die bestmöglichen Rahmenbedingungen anzubieten.

Was war dein bisher schönster Moment als Team Manager?

Wir sind der einzige Verein der diese Rolle als Team Manager ausfüllt. Dadurch steht man mehr im Rampenlicht. Wir hatten nachdem ersten Spieltag nur einen von sechs möglichen Punkten (wir spielen Hin- und Rückrunde an einem Spieltag) am Konto. Am zweiten Spieltag mussten wir gegen einen der Favoriten und Hausherren FC Barcelona antreten. Wir reisen immer bereits am Freitag an und können die Räumlichkeiten Vorort für unser Warm-Up nutzen. Bei diesem Warm-Up klappte nichts und wir hatten nach gefühlt 20 Spielen nur einen Sieg am Konto.

Diese Spiele wurden gemeinsam analysiert. Danach haben wir einige taktische Veränderungen und Spielerwechsel vorgenommen. Gleichzeitig musste ich als Trainier die Spieler wieder motivieren und nach diesem sportlichen Horrortag aufrichten. Am nächsten Tag konnten wir beide Spiele gegen FC Barcelona gewinnen. Das war der Grundstein für unsere starke Performance in den nächsten Wochen und auch ein tolles Beispiel was diese Rolle als Coach auch bewirken kann.

Abschließend: Welchen Tipp würdest du jemanden auf seinem Weg als Team Manager mitgeben?

Viele Team Manager im eSport waren davor als Spieler in ihrem Genre erfolgreich. Es kommt der Zeitpunkt wo man auf Dauer nicht mehr mit den jungen Wilden mithalten kann. Einige Spieler verabsäumen dann den Sprung in eine andere Tätigkeit oder hören mit dem Esport auf. Für mich war klar, wenn ich die Rolle beim FC Bayern München verantworten darf werde ich als aktiver Spieler nicht mehr agieren und den Fokus zu 100% auf die Team Manager Rolle legen. Wenn die Professionalisierung im eSport weiter fortschreitet werden sich, mit Sicherheit, noch einige attraktive Position abseits der aktiven Spieler ergeben.

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Gamers4 Charity-Stream für PROSA – Projekt Schule für Alle

Dreitägiger Gaming-Livestream als Charity Aktion für Wiener Bildungsprojekt

Gamers4 ist ein Charity-Projekt mehrer Streamer, Gaming und eSports Organisationen. Jährlich wird dabei ein Charity-Event zugunsten einer gemeinnützigen Organisation veranstaltet. Dabei sammeln namhafte Streamer aus Österreich und Deutschland, im Rahmen von Live-Streams, gemeinsam Spenden.

Zu den Organisatoren und Streamern gehören neben NOXsports, Woop TV, der HeartGaming Foundation, der österreichische Streamer Veni und viele mehr.

Gamers4 zeigt das soziale Bewusstsein der Gamingkultur

Gaming und Streaming ist längst kein Nischenhobby mehr. GamerInnen und StreamerInnen zeigen mit dieser Initiative ihr soziales Engagement und haben dazu ein starkes Statement: „Wir möchten ein Projekt unterstützen, das Bildung dazu nutzt, junge Menschen mit Fluchterfahrung in unserer Gesellschaft zu integrieren und ihnen so eine faire Chance zu bieten. PROSA – Projekt Schule für Alle leistet seit Jahren hervorragende Arbeit im Bereich der Integration junger Menschen, die wir gerne mit unserer Charity-Aktion unterstützen möchten.“

Der dreitägige Stream startet am Freitag, 10. Juli 2020, um 10 Uhr und endet am Sonntag, 12. Juli 2020, um Mitternacht.

Neben einem Gameplay- und Community Programm warten auf die Zuseher auch Interviews mit den Initiatoren und TeilnehmerInnen des Projekts, um einen Einblick in die Arbeit von PROSA – Schule für Alle zu geben. Abgeschlossen wird das Event standesgemäß mit einer Überraschung der Organisatoren. Man darf sich also auf ein tolles Projekt mit viel Herz und Engagement freuen.

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IMMOunited FIFA Spring Cup 2020 – Review

Der IMMOunited FIFA Spring Cup 2020 feierte auf Anhieb eine gelungene Premiere. Damit wird er zum größten, kostenlosen eSports Community Turnier in Österreich.

Der Zeitpunkt für die Premiere des IMMOunited FIFA Spring Cups 2020 kam vor allem der Community zu Gute. Wurden die großen Major-Turniere der FIFA 20 Global Series durch COVID-19 verschoben oder letztendlich abgesagt.

IMMOunited FIFA Spring Cup 2020 – © MARKET EU Sportmarketing und Kommunikation GmbH

5 Wochen, 5 Turniere, mehr als 1.000 Anmeldungen, 512 Teilnehmer, 539 Spiele, 2.160 Tore, 70.000 Zuschauer in der gesamten Serie und alleine 20.000 im Finale. Fazit: Eine beeindruckende Leistung der Veranstalter und ein absolutes Highlight für die Community! Aber auch prominente Teilnehmer wollten sich im Cup beweisen. So hatten die Teilnehmer in den Qualifikationsturnieren unter anderen auch die Chance gegen die Rapid-Profis Stefan Schwab, Dalibor Velimirovic, Musiker Christopher Seiler, Runtastic Gründer Florian Gschwandtner, Boxprofi Marcos Nader und Eishockey-Crack Sascha Bauer anzutreten.

„Ich bin beim nächsten Mal sehr gerne wieder dabei – Ehrenwort“

Christopher Seiler

Ein brillantes Finale zum Abschluss

Im großen Finale stehen sich der österreichische eBundesliga Meister Marcel „Juno16x“ Holy und der deutsche, FIFA 19, Vizemeister Leon „MrKrassle“ Krasniqi gegenüber. Mit einer großartigen Leistung und einem 6:0 Sieg entscheidet der 19-jährige Hamburger das erste Finale des IMMOunited FIFA Spring Cup für sich.

Aber auch der Preis lässt sich sehen. Leon gewinnt mit seinem Sieg eine Reise für zwei Personen mit IMMOunited-CEO Roland Schmid zum Champions-League-Finale 2021 nach St. Petersburg. Bei der Frage, wen er als Begleitung mitnehmen wird, herrscht kein Zweifel: „Ich möchte meinen Onkel Sam dabeihaben. Er war es, der mich zum Gamen gebracht hat – ohne ihn wäre ich heute sicher nicht eSports-Profi!“

Viel Lob zum ersten Sieger des IMMOunited FIFA Spring Cups 2020 kommt auch von Mit-Organisator Mario Viska. „Leon Krasniqi ist ein verdienter Sieger. Er hat schon im dritten Qualifikationsturnier sehr gut gespielt. Im Finalturnier hat er sich dann noch stärker präsentiert. Das Torverhältnis von 46:16 (in fünf Runden) spricht Bände“.

Auch zum Ablauf und der Eventgestaltung sind sich die Teilnehmer einig und geizen nicht mit Komplimenten: „Gratuliere Euch zu diesem Turnier – wir hätten gerne mehr von dieser Sorte. Super-professionell aufbereitet, technisch einwandfrei und richtig gute Gegner“, schwärmte Sieger Leon Krasniqi. Der zweitplatzierte Austrianer Marcel Holy, bestätigte: „Auch wenn ich über die Niederlage im Endspiel enttäuscht bin. Das Turnier war richtig cool. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Danke an IMMOunited!“

Fortsetzung folgt!

„Wir wollten Werbung für eSports machen, haben alle unsere Erwartungen übertroffen. Wir dürfen mehr als zufrieden sein“ so IMMOunited-CEO Roland Schmid. Schon kommenden Herbst soll es eine Fortsetzung geben.

Das komplette Finale gibt es für alle hier zu sehen.

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