Österreichs Fenster in die eSports Welt

Archive for Juli, 2020

Wacker Innsbruck investiert in eSport und startet eine eigene Abteilung für Gaming!

Der Traditionsverein gründet eine eigene eSports GmbH und geht damit neue Wege. Denn in Zukunft will man sich auch auf internationalem Parkett behaupten. Gestartet wird mit FIFA und einem eigenen League of Legends Team. Beim Kick-Off zur schwarz-grünen eSports Strategie wurden die Pläne im Detail präsentiert.

Nach einem erfolgreichen Testjahr, in dem zwei „FIFA Pro Club Mannschaften“ (36 Spieler) in insgesamt fünf Ligen und bei 24 Turnieren angetreten sind, über 300 Spiele und wöchentlich 3 – 4 Trainingseinheiten absolvierten haben, erweitert der FC Wacker Innsbruck sein Engagement im Bereich eSports.

Mit dem Aufbau der Abteilung für eSports, die über ein eigenes „Start-Budget“ verfügt und sich in Zukunft selbst tragen soll, wurde Marketingvorstand Felix Kozubek betraut.

„Natürlich werden sich viele fragen, warum ein Fußball-Traditionsverein wie unser FC Wacker Innsbruck plötzlich im E-Sport aktiv wird. Die Antwort darauf ist einfach. Gaming erlaubt es uns in einer sehr spannenden Zielgruppe aktiv zu sein und junge Menschen für unseren Verein zu begeistern. Darüber hinaus hat eSport wirtschaftlich enormes Wachstumspotenzial, das wir nutzen wollen. Wir wissen, dass wir im E-Sport eine ganz kleine Nummer sind und an der Basis beginnen. Doch wir sind bereit, den Weg zu gehen, haben ambitionierte Ziele und wollen Jahr für Jahr eine Liga nach oben. Wir sind ein Sportverein, der gewinnen will. Egal ob im Fußball oder im digitalen Bereich. Nun sind unsere Farben in beiden Welten vertreten.“ – Felix Kozubek, Marketingvorstand FC Wacker Innsbruck

360 Grad Team Betreuung

eSports ist Gaming auf höchstem Niveau. Mentale und körperliche Fitness sind Grundvoraussetzungen, um national und international erfolgreich zu sein. Darum steht der Athlet auch im Mittelpunkt. Vertrags- und Kooperationsspieler können im Verein auf ein breites Netzwerk an Fitness-Experten, Physiotherapeuten, Mentalcoaches und Ernährungsexperten zurückgreifen. Damit erhalten sie volle Unterstützung und die besten Voraussetzungen, um erfolgreich sein zu können.

Für optimale Trainingsmöglichkeiten soll zeitnahe auch eine eigene Infrastruktur entstehen. Auch beim Bau eines möglichen Trainingszentrums wird eSport mitaufgenommen und ins Gesamtkonzept integriert.

Die Zahlen sprechen für sich

In Österreich hat sich die eSports Szene in den vergangenen Jahren stark entwickelt und professionalisiert. Knapp 40.000 offiziell registrierte Spieler und 30 Vereine gibt es laut dem österreichischen eSport Verband ESVÖ. Twitch verzeichnet in Österreich aktuell über 520.000 registrierte User.

In Zeiten von COVID-19 beweist eSport immer wieder, wie krisenfest er ist, und schreitet in seiner Beliebtheit weiterhin voran.

Karriere in eSports: Wie geht das? Teil 7 – Kommentator

Manuel Wendel ist in der Simracing Szene ein etablierter Kommentator und auch bei Rocket League sieht man ihn immer öfter. In unserem Interview erzählt uns der passionierte Rennsport Fan über die Strecke die er zurücklegen musste und wie er beide für sich Welten vereint hat.

Du bist als Kommentator ein Fixpunkt in der DACH Simracing Szene und seit Kurzem auch bei Rocket League gut unterwegs. Was war dein Weg, bis du Kommentator im virtuellen Motorsport wurdest?

Bevor ich den Weg als Kommentator eingeschlagen habe, habe ich mich hauptsächlich auf das Spielen bzw. Fahren konzentriert. Auf LAN-Partys bin ich das erste Mal mit CS 1.5 und dann CS 1.6 in Kontakt gekommen. Mit Freunden habe ich online auch ziemlich intensiv gespielt und kleinere Spaßturnier bestritten.

Irgendwann wurde das Thema „Musik und meine Band“ für mich so wichtig, dass ich das „organisierte“ Spielen hinten angestellt habe. Über diese Zeit habe ich meine Leidenschaft aber nie aus den Augen verloren: Rennsport!

Speziell die Formel 1 war mir immer sehr wichtig. Schon in jungen Jahren haben mir meine Eltern sonntags das Essen so eingerichtet, dass ich die Möglichkeit hatte, die Rennen zu sehen.

Auch während meiner aktiven Zeit mit CS und auch schon davor gehörten Racing Games immer dazu. Need for Speed Porsche ist mir sehr in Erinnerung geblieben. Aber auch die anderen „Need for Speed“ Titel. Irgendwann habe ich mir ein Lenkrad gekauft und bin dann über diverse Spiele bei iRacing gelandet und damit zum kommentieren gekommen.

Wie bereitest du dich für große Events und Zuschaueranzahl vor? Bist du überhaupt noch nervös?

Die Zuschauerzahlen sind am Ende nicht das, was nervös macht, egal ob Online oder direkt am Event.

Es ist vielmehr das Event an sich, die Stimmung aller an dem Tag und das gesamte Umfeld. Ich kann mich sehr gut erinnern, als ich vor ein paar Monaten in der Nitro League (DACH Rocket League) neben dem kommentieren die gesamte Regie übernehmen sollte. Da war ich so nervös wie schon seit Langem nicht.

Nervös bin ich bei besonderen Übertragungen aber heute noch. Man lernt nur, anders damit umzugehen und entwickelt Methoden, um sich etwas zu erden.

Was war auf deinen Live-Events bisher deine größte Herausforderung?

Das hat sich eigentlich immer weiterentwickelt. Am Anfang war es für mich sehr ungewohnt Regieanweisungen aufs Ohr zu bekommen, während man kommentiert. Wenn man aber öfters mit guter Regie zusammenarbeitet, ist es dann kein Problem mehr da man genau weiß, wann gewisse Anweisungen zu bringen sind.

Eine sehr große Herausforderung war, die mir aber sehr viel gebracht hat, als wir auf der IAA mit unserem Unternehmen getquu GmbH für den Automobilclub von Deutschland die AvD Masters mit einem Preispool von EUR 10.000,- organisiert haben. Ich war an diesem Tag der Hauptverantwortliche für das Event, musste kurzerhand Entscheidungen treffen und war zur gleichen Zeit als Kommentator im Einsatz.

Ein echter Gewinn war die Zusammenarbeit, mit der aus Österreich stammenden Produktionsfirma mit der ich in der Vergangenheit schon öfters sehr erfolgreich gearbeitet habe. Wir konnten dadurch als Team optimal agieren.

Hast du für uns ein Schmankerl oder eine Story, die du in deinen Jahren als Kommentator niemals vergessen wirst?

Da gibt es einige. Jedes Event ist für mich ein Schmankerl, egal welches ich in den letzten Jahren in Deutschland, Österreich oder der Schweiz begleiten durfte. Sicher waren auch das Kommentieren der VLN, jetzt NLS, an der Nürburgring Nordschleife genau wie die Übertragungen Live im TV jedes für sich ein Highlight.

Ich habe natürlich auch einige Storys, aber die gehören nicht hier an diese Stelle. (lacht)

Als jemand, der durch seine Tätigkeit stark mit der Szene verbunden ist. Was würdest du dir für die Szene wünschen, wohin soll es gehen?

Gemeinsam mit meiner Firma haben wir uns auf die Fahne geschrieben von der Szene für die Szene zu arbeiten. Genau das wünsche ich mir im Allgemeinen. Zusammenhalt und die Szene von „innen heraus“ wachsen zu sehen. Wir haben alle dieselbe Leidenschaft, die uns verbindet und Simracing hat im Kern eine wirklich tolle Community, die es Wert ist.

Abschließend. Was würdest du empfehlen, wenn jemand Kommentator im eSport werden möchte? Sind dafür spezielle Ausbildungen notwendig oder “Good to Have“?

Wichtig ist sicherlich, dass man so kommentiert, wie man es sich von anderen wünscht. Ebenfalls sollte man sich seine Übertragungen immer wieder ansehen und dann analysieren. Auch negative Kritik sollte man bewusst lesen, Hate sondieren und auf seinem Weg bleiben.

Jeder der Erfolg hat, egal wie er diesen für sich definiert, musste dafür etwas leisten. Ohne harte Arbeit und auch mal auf gewisse Dinge zu verzichten, wird sich er Erfolg nicht zeigen.

Da ich selbst an meinen Aufgaben gewachsen bin und aus dem Gedanken „ach komm ich mach einfach mal“ angefangen habe, ist aus meiner Sicht das wichtigste der Spaß am Kommentieren, den du mitbringen solltest.

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Österreichs schnellste Speedrunner nun bei plan-B esports

plan-B esports steigen in die Speedrun-Szene ein und nehmen zwei der schnellsten österreichischen Speedrunner auf. Gemeinsam will man Speedrun in Österreich populär machen und die österreichische eSports und Gaming Szene um eine weitere Facette bereichern.

Die Wiener plan-B esports landen ihren nächsten Coup. Nach ihrem erfolgreichen Engagement in CS:GO und Super Smash Bros. Ultimate nimmt man ein sehr beliebtes Genre der Gaming Szene auf: Speedrun

Speedrunner Kuru
Speedrunner Dansta

Mit Kuru und Dansta holt man international angesehene Gamer, die sich auch schon als Streamer etabliert haben. Kuru wurde vor allem durch Renn- und Autospiele bekannt und hat bereits eine beachtliche Community von rund 100.000 Followern. Dansta spielt vor allem Mario Odyssey, in dem er schon mehrere Weltrekorde brechen konnte.

„Wir verfolgen die Szene bei plan-B nun schon seit einigen Monaten und sehen in ihr enormes Potenzial. Das wollen wir fördern und greifen daher den erfolgreichen lokalen Akteuren gerne unter die Arme, um diese Szene weiter aufzubauen. Wir freuen uns sehr, Dansta und Kuru in der plan-B Familie willkommen zu heißen und hoffen, dass wir für uns und Speedrun in Zukunft immer mehr Fans gewinnen können!“ so Mark Kostenz, Business Consultant bei plan-B esports.

Speedrunner Dansta zur Zukunft mit plan-B: „Ich glaube, dass plan-B eine Chance ist mich einem größeren Publikum zu präsentieren. Ich hoffe, dass wir gemeinsam Speedrunning in Österreich populärer machen können und vielleicht auch neue Leute dazu inspirieren es auszuprobieren.“

Gesagt. Getan. Vor wenigen Tagen konnte Dansta schon sein Können präsentieren.

Beim Red Bull Faster in Berlin, ein Super Mario Odyssey Speedrun Event, holte er sich den zweiten Platz und zählt damit als einer der besten Super Mario Speedrunner in Europa.

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Benjamin Zidej gewinnt die eBundesliga play@home Meisterschaft 2020

Erst vor wenigen Tagen hat sich Benjamin aka „Benji_Austria“ zum Sieger der eBundesliga play@home Meisterschaft 2020 gekrönt. Im Interview erzählt er uns über seine Turniererfahrung, was er für die Zukunft plant und sich für FIFA 2021 wünscht.

Du bist ja jetzt schon länger im eSport aktiv. Wusstest du von Beginn an, dass FIFA dein Game ist?

Mein erstes FIFA war FIFA 2004 und ab diesem Zeitpunkt hab ich gefühlt auch jedes FIFA, vielleicht mit ein bis zwei Ausnahmen, gespielt. Da ich auch in Real Life sehr lange Fussball gespielt habe, war für mich immer klar: Entweder FIFA oder NIX! Durch meinen Ehrgeiz hat sich das dann auch irgendwann mit dem eSport von selbst ergeben.

Die eBundesliga hat einige gute Spieler im Turnier. Wie bereitest du dich persönlich auf große Turniere vor?

Vor großen Turnieren probiere ich noch so viel Trainingsspiele wie nur möglich mitzunehmen. Bei einigen Spielern, die ich kenne, ist es so, das sie vor Turnieren eher weniger spielen, um die Kreativität in ihrem Spiel ein wenig zu fördern. Doch bei mir ist es genau das Gegenteil, je mehr ich trainiere, desto mehr greifen auch die gewissen Automatismen in meinem Spiel.

Worauf konzentrierst du dich, wenn du im Turnier auf einen Angstgegner triffst?

Einen Angstgegner hab ich so gesehen nicht. Natürlich gibts immer ein paar Spieler, die einem weniger liegen als andere. In diesem Fall oder allgemein probiere ich es sehr gerne meinem Gegner meinen eigenen Spielstil aufzudrücken, bevor es umgekehrt passiert. In Turnieren hab ich mittlerweile, zum Glück, die Erfahrung, dass ich mich zu 100 % fokussieren kann und alles andere um mich herum ausblenden kann, was auf Offline-Turnieren sehr oft unterschätzt wird. Viele noch unerfahrene Spieler lassen sich oft von Dingen, die um sie herum passieren, beeindrucken und ablenken.

Gab es während der eBundesliga eine Phase die besonders herausfordernd war?

Anders als zum Beispiel das eBundesliga Finale im Februar, wo das Team- und Einzelfinale an 2 Tagen ausgespielt wurde, ging die play@home Meisterschaft ja über Wochen und Monate. Besonders herausfordernd war es dabei natürlich, den Fokus immer wieder aufs Neue aufrecht zu halten. Als FIFA Spieler ist man es ja sonst eher gewohnt, Qualifikationsturniere und die darauf folgenden Begegnungen über mehrere Stunden an einem Tag abzuhalten. Das war dieses Mal etwas komplett neues.

Den Sieg in der eBundesliga play@home Meisterschaft geholt, was kommt jetzt? In welchem Turnier wird man dich als nächstes sehen?

Letztes Jahrer der Teamsieg in der eBundesliga mit Red Bull Salzburg und nun der Gewinn der play@home Meisterschaft… Mein Fokus liegt im nächsten Jahr nun definitiv auf dem Einzelbewerb der eBundesliga. In den letzten beiden Einzelbewerben schied ich jeweils im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten aus, aber ich werde alles daran setzen, dass ich es nächstes Mal besser machen werde.

Welche in Game Verbesserungen würdest du dir als Profi beim kommenden FIFA 2021 für den eSport wünschen?

Der Skill Gap in FIFA 20 war meiner Meinung nach so gering wie selten zuvor. Man konnte teilweise den Computer für sich verteidigen lassen und musste einfach nicht aktiv verteidigen. Ich hoffe, dass sich das ändert und man vor allem in der Defensive wieder selbst die Initiative ergreifen muss.

Was aber noch viel wichtiger wäre, sind flüssige und einwandfrei funktionierende Server. Wenn man bedenkt, dass wir 2020 haben und uns noch immer mit andauernden Serverproblemen rumschlagen müssen bei so einer großen Firma, die EA Sports halt einfach ist, könnte man wirklich von einer Sauerei sprechen. Ich hoffe, dass sie sich das Feedback der Community und von uns Profis zu Herzen nehmen.

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EA SPORTS FIFA 20 SUMMER CUP SERIES

Neue Turnierserie statt der EA SPORTS FIFA 20 Global Series

Durch die ausgefallenen Turniere der letzten Wochen und dem weltweiten Erfolg des EA SPORTS FIFA Stay and Play Cup, mit Zuschauern aus über 100 Ländern, präsentiert EA mit der SUMMER CUP SERIES ein neues, spannendes Wettbewerbformat.

„In den letzten Monaten haben wir bei unseren Wettkampfveranstaltungen bereits eine erstaunliche Fan-Beteiligung erlebt. Das Ergebnis unserer Partnerschaft mit den Top-Fußballligen sind mehr als 100 Stunden allein an TV-Übertragungen. Jetzt freuen wir uns darauf, Spielern und Zuschauern noch mehr großartige Wettbewerbe zu bieten, bei denen sie mitspielen und zuschauen können“, so Brent Koning, Competitive Gaming Commissioner bei EA SPORTS FIFA.

Am Cup nehmen Europa, Nordamerika, Südamerika, Asien, Ozeanien und Nahost/Afrika teil. Die besten Spieler beider Plattformen (PlayStation/Xbox) werden anhand ihres Global Series-Rangs zur Summer Cup Series eingeladen. Gespielt wird jedoch exklusiv auf der PlayStation 4.

Der europäische Summer Cup wird 24 Teilnehmer haben und ein Preisgeld von 78.000 US Dollar. In den anderen Regionen wird es jeweils 8 Teilnehmer und ein Preisgeld von 30.000 US Dollar geben. Damit werden in dieser Turnierserie insgeamt 228.000 US Dollar ausgespielt.

Die Turniere finden von 17. Juli bis zum 9. August statt, und es geht dabei um den Titel als EA SPORTS FIFA 20-Regionalchampion. Übertragen werden die Turniere weltweit auf twitch.

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