Österreichs Fenster in die eSports Welt
David

Alles für die Austria: David ,,DaaveKl“ Klapil im Interview

David „DaaveKl“ Klapil ist einer der erfolgreichsten FIFA-Profis Österreichs. Er würgt für die Wiener Austria den Playstation Controller, und das ziemlich erfolgreich! eSports.at hat den Profi in der neuen Generali Arena getroffen und sich spannende Einblicke in seine Karriere geholt.

Beim FK Austria Wien weht ein neuer Wind: Der Traditionsverein baut sich einen neuen Fußball-Tempel, der schon am 13. Juli mit dem Spiel gegen Borussia Dortmund eingeweiht wird. Eine große Rolle im neuen Konzept der Veilchen spielt der eSport: In der neuen Generali Arena befindet sich sogar ein eigener Gaming Room im Look and Feel einer Kommentatoren-Kabine. Von dort aus genießt der violette FIFA Profi David Klapil den besten Blick auf den Rasen. Unser Interview musste wegen der Bauarbeiten aber in einem Büro stattfinden, weil die Techniker den Gaming Room kurzfristig für Installationsarbeiten sperren mussten.

„War immer Austrianer!“

Dass er als FIFA Spieler ausgerechnet am Verteilerkreis bei den Veilchen landete, ist für den 25Jährigen nicht verwunderlich: „Ich war immer Austrianer. Mein erstes Match im Stadion war 2003 gegen Olympique Marseille in der Champions League Quali, das war im Happel Stadion damals.“ Die Fußballbegeisterung erbte er auch von seiner Familie, denn viele Verwandte sind im Profi-Fußball tätig, sei es als Spieler oder Berater. Dazu kommt, dass der eSportler mit einigen bekannten Kickern die Schulbank gedrückt hat: „Ich war mit diesem ganzen Alaba-Jahrgang in der Volksschule. Also David Alaba, Christoph Knasmüller, Alexander Aschauer – wir waren alle gemeinsam in der Schule. Auch ein paar, die jetzt bei der Austria spielen. Da haben wir nach der Schule immer Fußball gespielt.“

David "DaaveKl" Klapil Tribüne

David „DaaveKl“ Klapil war mit David Alaba in der Schule!

FIFA-Laufbahn begann mit sechs Jahren

Das erste FIFA Spiel zockte David Klapil 1998, also im zarten Alter von sechs Jahren. Danach folgte ein Ausflug zu Call of Duty: „Viele FIFA Profis kommen von COD, das ist gar nicht so ungewöhnlich“, meint Dave im Interview. 2014 tauschte er dann aber die Waffen endgültig gegen das virtuelle runde Leder ein und konzentrierte sich Vollgas auf FIFA. Es folgten die ersten Turniere, wenn auch der Erfolg ein bisschen auf sich warten ließ: „Mein Mentor ist ein Deutscher. Mit dem habe ich immer viel gespielt, dann war ich in Zürich auf einem Turnier, da bin ich sehr früh ausgeschieden. Dann waren wir in Stuttgart auf einem Turnier, da ging‘s dann gut! Und ich habe gesehen, dass da was geht!“

Der entscheidende Punkt passierte letztendlich gar nicht in Österreich, sondern im Heimatland seiner Mutter, wie uns der 25Jährige schildert: „Meine Mutter kommt aus Polen und da gibt’s in der zweiten Bundesliga einen Verein. Die machen einmal im Jahr ein FIFA Turnier, wo auch die Profis aus Polen mitspielen und das habe ich zwei Mal hintereinander gewonnen und dann habe ich gesagt: ‚Vielleicht probier ich’s mal und es lief ganz okay!‘“ Es läuft immer noch ganz okay, wie die Statistiken zeigen: Sieg beim ESL GAMESCOM FIFA Turnier 2017, erfolgreiche Titelverteidigung beim Motor Lublin Event in Polen und so ganz nebenbei ein Profivertrag bei einem der größten österreichischen Bundesliga-Vereine, der Austria. Damit darf der FIFA-Profi zufrieden sein: „Es fühlt sich immer noch ein bisschen neu an, obwohl es eh schon ein Dreivierteljahr ist, dass ich damit richtig Geld verdiene.“

„No risk, no fun!“

Doch wie so oft im Leben, kam auch diese Erfolgsgeschichte nicht aus heiterem Himmel. David Klapil setzte sein gesamtes Erspartes aufs Spiel, wie er im Interview mit eSports.at verrät: „Ich hab in einem Jahr 10.000 Euro investiert, nur um eSportler zu werden. Vorher war ich Buchhalter, davor Leistungssportler im Triathlon und Tennis. Ich hab es mit dem eSports einfach probiert!“ Und der Plan ging voll auf. Deshalb Daves Tipp an alle, die es wirklich ernst meinen: „Investier ein Jahr selber Geld und dann wirst du eh sehen, was passiert!“

David "DaaveKl" Klapil Rasen

„Austrianer mit Leib und Seele“ – David „DaaveKl“ Klapil im neuen Stadion

Der Influencer „DaaveKl“

Mittlerweile kann der 25Jährige von seinem Gehalt bei der Wiener Austria ganz gut leben. Zusätzlich kommen immer wieder Anfragen von Agenturen und Unternehmen herein, die vor allem auf eines abzielen: Influencer Marketing. „Ich war bei einem Netzwerk unter Vertrag und habe dadurch Werbedeals bekommen“, schildert Dave, „unter anderem mit Soda Stream oder mit Coca Cola. Ich mache das meistens über Instagram Fotos!“ Gefragt ist der FIFA Pro auch, wenn es um Coaching oder Auftritte bei Events geht: „Wir machen viel mit T-Mobile und haben vor, jetzt auch mit anderen Firmen Kooperationen einzugehen. Einige wollen zum Beispiel was im Bereich Coaching machen. Und wir haben derzeit einen starken Medienrummel.“ Am 3. Juni zum Beispiel wird David aus einer großen österreichischen Tageszeitung lachen. Aus welcher? Das bleibt vorerst noch geheim.

David „DaaveKl“ Klapil an die Gesellschaft

Es läuft also im Leben von David „DaaveKl“ Klapil – aber dennoch: vieles läuft noch sehr unrund in Österreich. Vor allem, wenn es um das Thema Akzeptanz geht, hat unser Land noch gewaltigen Aufholbedarf: „Ich würde mir wünschen, dass ich als eSportler einfach akzeptiert werde“, klagt Dave, „oft, wenn ich irgendwo unterwegs bin und die Leute mich nach dem Beruf fragen, sage ich: ‚FIFA spielen.‘ Und dann kommt oft: ‚Poa, du schaust ja gar nicht so aus wie 130 Kilo und Pickelgesicht!‘ und so weiter… Also das ist so der erste Satz, den ich jedes Mal zu hören bekomme!“

Bremser sind aber hierzulande nicht nur viele Neider und Hater. Auch die Infrastruktur mutet zuweilen noch steinzeitlich an, meint der 25Jährige: „In Amerika gibt’s ein eSports Stipendium! Und davon sind wir  in Österreich weit entfernt!“ Zumindest kann David „DaaveKl“ Klapil selbst etwas tun, um den eSports in Österreich zu pushen. Und so bietet er Coachings an. Der Weg zu ihm ist ganz easy: „Einfach anschreiben auf Twitter! Da bin ich am meisten aktiv.“