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eSports Sponsor finden, aber wie? TKA-Manager Mario Garstenauer im Interview

Fast schon im Wochentakt trudelten in den letzten Monaten die Sponsoring-Announcements österreichischer eSports Teams herein. Um nur einige Beispiele zu nennen: TKA E-Sports machte mit „Monster Energy“ und „PROWORX“ den großen Fang, plan-B esports konnte „Wien Energie“ als Sponsor gewinnen, die WarKidZ sind seit geraumer Zeit mit der Marke „willla“ im Logo-Design unterwegs. Viele andere Orgas, darunter durchaus namhafte, konnten bislang keinen großen eSports Sponsor finden. Dabei wären einige Big Player in der Wirtschaft durchaus bereit, auf attraktive und seriöse Angebote von eSports-Vereinen einzugehen. Wie es bei TKA mit dem Sponsoring geklappt hat, haben wir Head Manager Mario Garstenauer gefragt!

eSports Sponsoren finden - Foto: TKA
TKA Head Manager Mario Garstenauer (Mitte) mit CS:GO Manager Hannes Rettenbacher (links) und Vereinsobmann Günther Vogl am ESF 19. (Foto: TKA)

eSports.at: Mario, wer ist bei euch zuständig für die Vermarktung?

Mario Garstenauer: Die Vermarktung machen der Günther (Obmann Günther Vogl, Anm. d. Redaktion) und ich. Ich kümmere mich auch um die Sponsorenmappen und den Kontakt zu den Sponsoren. Und ich mache auch das Social Media Management.

Kommst du aus dem Bereich?

Nein, ich bin IT Techniker. Ich habe mich aber extrem mit der Materie auseinandergesetzt. Wir haben alles neu aus dem Boden stampfen müssen, auf Twitter und Facebook. Wir haben bei Null begonnen. Ich lerne nach wie vor dazu, wie die ganzen Algorithmen funktionieren und so weiter. Und wir wollen auch Youtube und Instagram in Zukunft stärker bespielen.

TKA mit Monster Energy
Am ESF 19 ließ TKA den Monster Truck anfahren. (Foto: TKA)

eSports Sponsoren finden und für sich begeistern: Wie macht man‘s richtig?

Da gibt’s kein hundertprozentiges Konzept. Man muss halt wissen, wie man sich selber sieht als Verein. Welche Marken spreche ich an? Was will ich erreichen? Und man muss schon im eSports schauen, dass man längerfristige Partnerschaften an Land zieht. Denn Partner für kurze Kooperationen findet man schnell einmal. Aber eines muss klar sein: Wenn ich mit großen Konzernen rede, dann zieht sich das oft über Monate hin. Man muss dann auch Durchhaltevermögen haben! Viele Vereine verbauen es sich aber auch schon beim ersten Gespräch. Ich darf halt nicht hingehen und mich so als den großen Manager darstellen. Das haben wir auch von unseren Partnern bestätigt bekommen. Wir tun uns da halt leichter – wir sind beide über 30 und stellen ehrlich und ohne Übertreibung da, was wir bieten können.

Beispiel „Monster Energy“. Was hat da den Ausschlag gegeben?

Aus Sicht von Monster als Konzern sind wir natürlich ein kleiner Verein. Man muss halt klar sagen, was man machen kann und was nicht. Wir haben halt jahrelange Erfahrung im eSports, das hat Monster sehr gefallen. Wir haben ein gestandenes Alter, wir haben ein klipp und klares Konzept – wir wissen, wo wir hin wollen! Wir wollen nicht in der Semiprofessionalität bleiben, sondern in den Profi-Bereich hineinkommen. Die Gespräche mit Monster waren von Anfang an sehr positiv. Für Monster war es natürlich auch deshalb interessant, weil Österreich als Red Bull Land bekannt ist. Da möchte sich Monster Energy stärker positionieren im eSport.

eSports SPonsoren finden PROWORX
PROWORX als Ausstattungs-Sponsor von TKA. (Foto: TKA)

Was ist Monster wichtig als Sponsor?

Monster ist für uns als Verein wichtig als professionelle Coverage, das wirkt sehr professionell einerseits. Wir haben die Monster Energy Drinks immer mit. Es ist auch wichtig, dass das Team hinter der Marke steht. Unsere Spieler trinken auch gerne Monster, das ist wichtig! Wir werden auch in Zukunft mit Monster gemeinsam Events machen. Also das Logo-Placement allein ist zu wenig, man muss sich viel mehr einfallen lassen!

Wie wichtig sind ständige Reports und Evaluations?

Es wird immer wieder evaluiert. Wir schauen: Haben wir uns an alle Vereinbarungen gehalten oder gibt es Verbesserungen? Das ist zum Beispiel auch bei PROWORX so, da steht ja die Firma „Omega – Computer und Peripherie“ dahinter. Und denen ist es wichtig, dass die Gaming Brand PROWORX stark durchkommt. Unsere Spieler spielen auch auf PROWORX, deshalb hat der Sponsor eine entsprechende Coverage.

eSports Sponsoren finden Mario Garstenauer Günther Vogl
Head Manager Mario Garstenauer mit TKA Obmann Günther Vogl.

Wie hilfreich sind kurzfristige Kooperationen?

Für einzelne Events steigen Sponsoren gerne ein, aber generell: Viele sagen, dass sie mit einem Teamsponsoring noch nicht viel anfangen können.

Es ist klar, dass ihr über genaue Summen nicht reden dürft. Aber nur ein Beispiel: Einige vergleichsmäßig kleine österreichische eSports-Teams erwarten in ihren Sponsoring-Mappen bis zu 250.000 Euro im Jahr von ihrem Hauptpartner. Dein Statement dazu?

Das ist unrealistisch! Vor allem, wenn noch keine Reichweite und keine Leistung da ist. Da bin ich realistischer Weise mit 10.000 bis 15.000 Euro im Jahr dabei in Österreich. Da ist es wichtig: Was will ich finanzieren und was will ich erreichen? Wir als TKA sind schon einer der größeren Vereine in Österreich. Es macht ja einen Unterschied, ob ich in Österreich auf einer kleinen LAN dabei bin und vielleicht ein Turnier gewinne oder auf einem großen Festival wie dem ESF, wo man zwei bis drei Turniere gewinnt. Aber so im Schnitt: 10.000 bis 15.000 Euro im Jahr ist für einen ambitionierten durchschnittlichen österreichischen Verein realistisch als Jahres-Sponsoring. 

Mario, vielen Dank für die spannenden Insights! Und weiterhin toi toi toi!

Bitte, immer gerne!