Österreichs Fenster in die eSports Welt

Karriere in eSports: Wie geht das? Teil 1 – Eventmanagement

Ein Job in eSports – Für viele ein unerfüllter Traum. Jennifer Rassi ist die Managerin eines der größten eSports Events Österreichs, der VCA Vienna Challengers Arena. Seit mehr als 3 Jahren hat sie tagtäglich mit vielen unterschiedlichen Communities zu tun und ist eSports Eventmanagement Expertin. Jenny hat uns in einem Interview verraten, wie man am besten in dieser Branche durchstarten kann.

Wie bist du zu deinem Job in eSports gekommen?

„Ich habe mich als Content Managerin bei der Vienna Comic Con beworben. In einem meiner Bewerbungsgespräche gab es die Frage, wie ich die Veranstaltung weiterbringen würde. Für mich war das erste Konzept eben, dass ich eSports und Gaming einbauen würde. Die Beispiele, die ich damals genannt habe sind wie ich heute weiß nur leider sehr unrealistisch (lacht). Ich wollte die League of Legends World Championships nach Wien holen und dachte man kann Riot mit Enthusiasmus und der zentralen europäischen Lage ködern, so einfach ist das aber natürlich nicht. Schon bei meiner ersten Vienna Comic Con hatten wir dann ein League of Legends und ein Super Smash Bros. Melee Turnier, und von dort hat sich der eSports in meiner Veranstaltung weiterentwickelt. Daraus ist dann die VCA Vienna Challengers Arena entstanden. Die Leute wollten eben auch keine „Con-Turniere“ haben, deswegen haben wir eine Parallelveranstaltung gegründet.“

Ich wollte die League of Legends World Championships nach Wien holen.

Wie steigt man deiner Meinung nach in die Branche ein?

„In Österreich ist es einerseits recht schwer, andereseits auch leicht. Schwer weil es nicht so viele Events gibt, und die die es schon gibt sind voll besetzt. Viele Events haben auch etablierte Orga-Teams, die sich aus einem Jahrzehnt Arbeit entwickelt haben. Für die meisten Veranstalter sind eSports-Events auch eher Nullsummenspiele oder Verlustgeschäfte, oftmals getragen durch Freiwillige. Es gibt aber ein paar große Firmen wie A1, die auch Fixangestellte Eventmanager haben. So einen Job zu bekommen ist oft schwierig, kleinere Aushilfsjobs für geringe Beträge kann man aber durchaus finden. In Österreich gibt es auch einen Mangel an Experten, wenn man sich also in einem oder mehreren Games gut auskennt, kann man recht schnell Arbeit finden. Vollzeit ist aber schwierig. Man sollte definitiv nicht alles für Lau machen, aber gerade am Anfang zahlt es sich aus, freiwillig bei etablierten Events mitzuhelfen, um einen Fuß in die Branche zu bekommen.“

Jenny veranstaltet vor allem Smash Turniere.

Mittelfristig ist schon großes Potenzial vorhanden.

Welches Potenzial siehst du aktuell in der eSports Event Branche?

„Das Problem ist, es gibt aktuell noch so wenige Events und Österreich ist zu klein, dass da richtig viel Geld drinstecken könnte. Mittelfristig ist schon großes Potenzial vorhanden. Aktuell ist die Nachfrage aber noch nicht groß genug, dass man eine große Zahl neuer Event-Manager braucht. Da muss vorher noch eine Menge in der Politik passieren.“

Du kannst nur von eSports Events aktuell nur schwer leben.

Würdest du den Einstieg in die Branche empfehlen?

„Ich würde den Leuten raten, zuerst „gewöhnliches“ Eventmanagement und nicht nur eSports zu machen. Es gibt durchaus die Möglichkeit nebenbei eSports Events zu veranstalten und damit auch Geld zu verdienen. Aber du kannst nur von eSports Events aktuell nur schwer leben, ich mache ja auch die Vienna Comic Con neben der VCA.“

Welchen Tipp kannst du angehenden eSports Eventmanagern mitgeben?

„Wenn man noch überhaupt keinen Hintergrund im Event-Management hat, sollte man auf jeden Fall zuerst etwas in diese Richtung machen. Man muss das nicht unbedingt studieren, aber Jobs in dem Bereich gibt es genug. Ansonsten sollte man so viel es geht in der eSports-Branche networken und bei Events mithelfen wo es geht. So kriegst du einen Einblick in das Geschäft und wenn du gut bist, dann wirst du auch weiterhin eingesetzt, oder sogar fix übernommen.“

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