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Karriere in eSports: Wie geht das? Teil 5 – Community Manager

Leonhard Klemm ist ein Fighting Gamer mit Leib und Seele. Seit vielen Jahren ist er in der nationalen und internationalen Szene aktiv. Auch auf großen Turnieren ist er als Teilnehmer immer wieder dabei, um kompetitiv zu wachsen. Bei viennality, der international größten Turnierreihe dieses Genres in Österreich, ist er Community Manager. Leo hat uns im Interview erzählt, was seine Aufgaben so spannend und Arcade Sticks in der Szene so besonders macht.

Wie ist es zu dem Job als Community Manager gekommen?

2013 hatte ich mir vorgenommen, wieder mehr Fighting Games zu spielen, da ich viele gute Kindheitserinnerungen mit diesem Genre verbinde. Durch etwas Recherche bin ich auf das Virtual Dojo Vienna gekommen und bin relativ schnell aktives Mitglied geworden. Ich habe dadurch nicht nur meine Liebe zu Fighting Games neu entzünden können, sondern auch meine Reiselust befriedigen können. Auf den Turnieren habe ich viele neue Kontakte knüpfen können, was jetzt natürlich ein Vorteil ist.

Mit viennality ist dann auf einmal ganz viel in kurzer Zeit passiert.
Ich habe zwar hin und wieder bei den kleineren Turnieren ausgeholfen allerdings ist die Turnierserie sehr rasant gewachsen. Das Ausmaß an notwendiger Arbeit verständlicherweise auch. Zu der Zeit habe ich schon überlegt, eine Karriere in dieser Sparte zu versuchen.

Bevor es dann geklappt hat, war ich im Sales und Marketing der All Nippon Airways. Obwohl es ein anderes Geschäftsfeld war, konnte ich viel aus meinen Turniererfahrungen anwenden. Hauptsächlich in Sachen Networking und Marketing. Trotzdem war da immer dieser Wunsch im Hinterkopf, etwas in Sachen eSports zu unternehmen.

Ich bin jetzt zwar offiziell „Community Manager“, allerdings fallen in unserem überschaubaren Team auch noch andere Aufgaben an, bei denen ich ebenfalls unterstütze. Zum Beispiel als TO (Turnierorganisator) unserer internationalen Events.

Facebook, Twitter, Instagram, Discord…? Wo ist die Szene aktiv?

Damals hat man sich über IRC oder Foren ausgetauscht. Heute gibt es immer noch viele renommierte FG-Foren wie TestYourMight oder 8wayrun. Mittlerweile gibt es 2 große Plattformen für den Informationsaustausch innerhalb der Community: Twitter und Discord.

Es kann natürlich auch sehr schnell unübersichtlich werden aber die Mühe lohnt sich…

Während Twitter hauptsächlich für Promos von Events, klein portionierte Techvideos und Content wie Fanart genutzt wird, hat sich Discord fast schon zu einer Alternative der damaligen Foren entwickelt. Jedes Spiel hat seine eigenen Server und Subserver, wo sich Spieler in kleinsten Details austauschen können. Server für Charaktere, regionale Gemeinschaften oder Matchmaking-Server um sich Matches mit anderen auszumachen sind nur ein paar Beispiele. Die Community ist international sehr aktiv und untereinander gut vernetzt.

Man sieht ja auf FG-Turnieren immer wieder verrückte Kreationen an Controllern und Arcarde Sticks. Wieso spielen oder schwören viele Spieler darauf?

Ein Stick allein macht dich nicht zu einem besseren Spieler…!

Die Art des Eingabegeräts ist reine Präferenz. Wenn jemand will, kann auch eine DDR-Matte (Tanzmatte) verwendet werden. Ja, hat es schon mal gegeben. Die FGC – Fighting Game Community – ist ein bunter Haufen voller Individualisten und wir sind stolz darauf.

Und genau wie Autoenthusiasten ihre Maschinen individualisieren, so machen es auch die meisten FG-Spieler. Es beginnt bei einfachen Sachen wie Knöpfe austauschen, weil einem die Farbe besser gefällt, bis hin zu vollständig selbst geschnitzten Arcade Sticks aus Holz. Wir nennen solche DIY Kreationen liebevoll Obi-Stick oder Hornbach Tournament Edition.

Egal was man verwendet, wir reisen mit unserem Equipment durch die halbe Welt um 1 gegen 1 zu spielen. Unsere Pads, Stick, Hitboxes oder DDR-Matten sind unsere einzigen Kameraden, die immer mit uns kämpfen. Klingt schmalzig, aber jeder Turnierspieler wird verstehen, was ich meine.

Abschließend: Welchen Tipp möchtest du angehenden eSports Community Managern geben?

Jedes Feedback ist wichtig, sowohl positiv als auch negativ. Nutze diese Information aus deiner Community und versuche damit dich und dein Produkt zu verbessern, ohne deine treuen Fans zu verlieren. Wichtig ist natürlich auch, sich selbst treu zu bleiben!

Unser wichtigster Leitsatz bei viennality und unseren Events lautet: Von der Community für die Community! Wir lassen diesen Spirit in jedes Turnier einfließen. Dadurch haben wir mit der Szene eine einzigartige Verbundenheit.

Denn deine Fans sind ein ungemein wichtiges Gut. Sie helfen dir zu wachsen, aber auch sich zu verbessern. Ohne sie wären wir sicher nicht in internationalen Turnierkalendern zu finden.

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