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Mario Viska FIFA

Mario Viska – Österreichs Top FIFA Spieler im Interview

FIFA Profi Mario Viska hat es vom kleinen Mann bis ganz an die Spitze geschafft. Daran konnten ihn auch jahrelanger Geldmangel, seine chronische Erkrankung und die vielen bissigen Neider nicht hindern. Uns von eSports.at erzählte der 31-Jährige unter anderem, wie er dem Tod nur knapp entronnen ist. Oder warum er trotz Top-Karriere im eSports immer noch als Angestellter arbeitet.

Jeder fing einmal klein an: Mario Viska ganz besonders!

Die Erfolge von Mario Viska lesen sich wie die Höhepunkte einer Bilderbuch-Karriere: sechsfacher deutscher Meister im Team, fünffacher österreichischer Meister, dritter Platz bei der EM 2008, WM-Teilnahmen und noch weitere FIFA-Titel. Wer denkt bei dieser Bilanz an Bescheidenheit? Wohl kaum jemand. Dennoch kommt der FIFA Profi aus Wien aus einfachen Verhältnissen, wie er selbst sagt: „Ich war schon immer der Mensch, der aus einer nicht so reichen Familie kommt, sondern aus einer Arbeiterfamilie. Wir mussten jede Münze umdrehen, ich konnte auch nicht studieren. Doch ich wusste: Durch Leistung kann man sehr viel erreichen.“

Bis zur ersten Sprosse der Karriereleiter war es ein steiniger Weg. Der Wunsch, Tischler zu werden, scheiterte an Marios Asthma-Erkrankung. Auch aus dem zweiten Traumjob als EDV Techniker wurde nichts, denn da war er nicht unter jenen beiden Glücklichen, die von insgesamt 500 Bewerbern eine Lehrstelle bekamen. Also wählte Viska Plan C und nahm eine Lehrstelle bei der Elektrohandelskette Saturn an. Immerhin zockte er damals schon fleißig FIFA und interessierte sich für PCs und Fernseher. Also passte die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in der TV und Computer-Abteilung für den Anfang ganz gut.

Mit Disziplin und Schlafentzug an die Spitze

Seine Leidenschaft für FIFA hatte Mario Viska schon als 11Jähriger entdeckt. Nach einem Ausflug zu Counter Strike war dann um 2003 herum endgültig klar, wohin der Weg gehen sollte: „Ich habe dann zwei Jahre lang sehr viel Zeit in FIFA investiert und 2006 durch den dritten Platz bei der WM kam halt dann die Möglichkeit, im Verein zu spielen“, schildert Mario. Viel Platz für Partys blieb ihm damals als Teenager nicht: „Ich hab mich früh drauf eingestellt, weniger zu schlafen. Ich habe mich drauf eingestellt, nur fünf bis sechs Stunden zu schlafen. Ich bin immer direkt von der Arbeit nach Hause, hab den Computer beziehungsweise die Playstation angemacht und trainiert.“ Und das sechs Stunden täglich!

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FIFA Profi Mario Viska im Interview mit eSports.at

Vom Amateur zum Profi

Den Aufstieg in die Profi-Liga schaffte Viska dann 2006, als er noch bei Saturn arbeitete. Doch damit war bald Schluss: „Es war dann so, dass mir die Arbeitszeiten für den eSports nicht mehr gepasst haben. Es war mir auch zu langweilig mit der Zeit, und auch der Verdienst war nicht überragend. Ich war dann schon Abteilungsleiter-Stellvertreter und trotzdem bin ich als Lehrling behandelt worden. Deshalb war der Schritt, dort wegzugehen.“ Im Nachhinein betrachtet ein richtiger Schritt: denn nicht nur der FC Schalke 04 und SK Rapid Wien wurden auf Mario aufmerksam, sondern auch Tausende FIFA-Fans, die ihn für seine Erfolge vergöttern.

Die Schattenseiten des Ruhms: Beinahe körperliches Game Over!

Um seine finanzielle Existenz muss sich Mario Viska heute bei Weitem keine Sorgen mehr machen. Seit einigen Jahren arbeitet er als Manager in einer Wiener Internet-Agentur, seine eSports-Karriere verfolgt er quasi in der „hauptberuflichen Freizeit“. Auch wenn Mario mittlerweile vom eSports allein leben könnte, genießt er doch das vergleichsweise sichere Dasein als Angestellter: „Ich bin ein Mensch, der gerne Sicherheit hat. Und so lange das geht, mache ich es! Ich gehe gerne Risiko ein, aber nicht im finanziellen Bereich!“

Ganz anders im gesundheitlichen Bereich: Da war der 31Jährige schon einmal in der Hochrisiko-Zone. Seine unzähligen Termine ließen Mario den eigenen Körper ignorieren. Das hätte ihn laut seinen Ärzten beinahe das Leben gekostet, wie er im Interview mit eSports.at erzählt: „Ich bin zwei Wochen im Spital gelegen, weil ich einfach zu viel gemacht habe. Ich war krank, habe mich aber nie auskuriert. Wegen meines Asthmas hat sich im Hals eine Zyste gebildet. Wenn ich den Notarzt später gerufen hätte, hätte das schlimm ausgehen können. Das war schon in Richtung ersticken!“

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Viska will hoch hinaus: „Weltmeister-Titel ist mein Ziel!“

„Jetzt ist Auszeit angesagt“

Mittlerweile ist Mario Viska wieder topfit und in bester Verfassung. Und er hat große Pläne für die Zukunft. Doch zuvor nimmt er sich im Mai eine Auszeit: „Ich habe keine Buchungen angenommen, obwohl Anfragen da waren. Ich habe auch zwei große FIFA Turniere als Coach abgesagt, nämlich Paris und Amsterdam. Es war der Zeitpunkt, wo der Mensch Mario Viska sagt: ‚Viel gemacht, aber zu wenig auf dich geschaut.‘“ Zeit also, einmal kräftig durchzuatmen. Denn für seine Pläne braucht der eSports Profi noch einen langen Atmen.

Nächste Ziele: Weltmeister-Titel und Akademie-Ausbau

Die beiden Top-Prioritäten für die kommenden Monate sind klar definiert: „Ich will eigentlich mal Weltmeister werden. Das ist auf jeden Fall mein Ziel! Sei es als Spieler oder als Coach.“ Um wieder voll ins kompetitive eSports Business einzusteigen, will Mario vor allem bei FIFA 19 bei den Major Turnieren dabei sein und deutlich mehr Zeit investieren als bei FIFA 18.

Top Prio Nummer zwei betrifft die Coaching-Agenden. Die Anfragen auf marioviska.com gingen in den letzten Wochen und Monaten so sehr durch die Decke, dass der Wiener allein von seinen FIFA Coachings leben könnte. Um aber seine aktive Karriere als eSportler weiter verfolgen zu können, denkt Mario etwa über eine Art Coaching-App nach. Auch weitere Ideen rund um FIFA in Österreich spielen in seinen Plänen gemeinsam mit seinem Management eSports Reputation eine große Rolle. Teilweise schon sehr konkret! Man darf also gespannt sein, was in der Zukunft an der Konsole, aber auch darüber hinaus alles von Mario zu hören sein wird!

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Tipps für den Nachwuchs: „Leistung, professionelle Vermarktung und Kommunikation!“

Tipps für den Nachwuchs: Wie werde ich FIFA Profi?

Apropos Coaching. Wir haben Mario Viska nach seinem Erfolgsgeheimnis gefragt. Denn: Wer träumt nicht von einem fixen Grundgehalt von 5.000 Euro brutto, wie es einige gute FIFA Profis in Europa schon bekommen? Eine allgemeingültige Zauberformel existiert zwar nicht, aber immerhin wertvolle Tipps: „Ein Schema F gibt es nicht. Aber was man sich auf jeden Fall aneignen muss, ist ein richtiges Zeitmanagement und eine Prioritätenliste. Auch Disziplin ist wichtig! Wenn man die Dinge nicht hat, dann schafft man‘s nicht.“

Ganz oben auf die Prioritätenliste setzt man am besten die eigenen Erfolge, rät Mario: „Wenn ich ein Jahr in FIFA Gas gebe und regelmäßig unter die Top 100 komme und vielleicht auf dem einen oder anderen Major war, dann wird ein Management auf dich aufmerksam. Und da kannst du, obwohl du noch keine Titel hast, einen Vertrag bekommen.“

Ohne Marketing und professionelle Kommunikation sind aber auch die tollsten eSports-Leistungen wenig wert. Daher einmal mehr der Tipp: „Auftreten, professionelle Kommunikation und Vermarktung ist das Wichtigste!“, sagt Mario, „man muss nicht unbedingt Weltmeister sein, um einen Top-Vertrag zu bekommen. Man muss eine gewisse Zielgruppe ansprechen.“ Wer also auf Twitch, Facebook und Co die Community nicht gewinnt, hat schon verloren. Und sympathischer Tipp zum Schluss von Vollprofi Mario Viska: „Scheiß drauf, was die Hater sagen!“

Weitere Infos:

Website von Mario Viska