Österreichs Fenster in die eSports Welt
Tyrol Tactics eSports Berge

Tyrol Tactics im Interview: Ein junges eSports-Team auf dem Weg nach oben!

eSports ist unaufhaltbar auf dem Vormarsch. In Österreich gibt es nicht nur unzählige Vereine, sondern auch immer mehr Lokale, die sich dem Thema Gaming und eSports widmen. Aus dem Westen Österreichs hört man leider bisweilen vergleichsweise wenig. Tyrol Tactics möchte das ändern!

Martin Gschwentner von Tyrol Tactics im Interview

Neben dem schon etablierten Team von West Austria Gaming aus dem westlichsten Bundesland Vorarlberg sprießen auch in Tirol Vereine aus dem Boden wie Eierschwammerl nach einem feuchten Frühlingstag. Nachdem wir PineApps schon vorgestellt haben, taucht noch ein weiterer Name immer wieder auf. Tyrol Tactics ist seit erst einem knappen Jahr auf dem Radar der eingetragenen eSports Vereine, konnten aber dank einer Kooperation mit der eSports Management Agency auf sich aufmerksam machen. Wir haben uns mit dem Obamann von Tyrol Tactics, Martin Gschwentner getroffen und über sein Team, die Ziele und die Zusammenarbeit geplaudert.

Martin Gschwentner Tyrol Tactics Foto

eSports.at: Wie ist Tyrol Tactics entstanden?

Martin Gschwentner: Unsere Organisation ist entstanden, weil wir als Counter Strike Team an Turnieren teilnehmen wollten und dann haben wir bemerkt, dass es in Tirol sehr wenig Organisationen gibt. Deshalb haben wir uns einfach gedacht, dass wir das Heft in die Hand nehmen wollen und haben dann Tyrol Tactics gegründet. Angefangen hat es mit einer Handvoll Leute und mittlerweile sind es ungefähr 20 Mitglieder. Wir haben auch in Richtung League of Legends, FIFA und Rocket League expandiert. Diese Spiele sind auch unsere Hauptgames, auf die wir uns fokussieren wollen.

Tyrol Tactics Foto ESL
Team-Foto von Tyrol Tactics beim ESL One in Köln. (Foto: ESL)

Wie ist derzeit der Stand in den jeweiligen Squads? In welchen Ligen sind die Teams vertreten und welche Erfolge gab es schon zu verzeichnen?

Für uns ist es am Anfang ein Erfolg, Präsenz zu zeigen. Wir sind noch eine sehr junge Organisation und können noch nicht die Ansprüche haben, bei den ganz Großen mitzuspielen. Wir gehen aber den Weg step by step und konnten trotzdem schon ein paar Achtungserfolge verbuchen. Bei den Qualifiern zur eSports League Austria hat sich das LoL-Team wacker geschlagen und das CS: GO Team ist derzeit gut unterwegs in der Alpenscene Amateur-Series. Unser Ziel ist es, hier so schnell wie möglich in die Pro-Series aufzusteigen.

Den größten Erfolg können wir derzeit wohl auf organisatorischer Seite verbuchen. Wir konnten uns mit der Esports Management Agency in Innsbruck auf eine Kooperation einigen. Deshalb spielen ehemalige eBundesliga-Profis von Wacker Innsbruck unter unserer Flagge und dadurch war auch die Teilnahme an der National eSoccer League gesichert. (Anmerkung: eSports.at berichtete über die NeSL)

Wie versprochen möchten wir bekannt geben, dass zwei unserer Spieler (@gehsteigpanza & @beslim_esport) ab sofort das…

Gepostet von eSports Management Agency am Montag, 17. Juni 2019

Was erhofft ihr euch von dieser Kooperation?

In erster Linie wollen wir uns mit dieser Kooperation in FIFA-Österreich etablieren und das können wir mit Muhittin „GehsteigPanZa“ Yösavel und Alexander „Mimsi3000_“ Kaltschmid definitiv erreichen. Alles Weitere wird sich noch zeigen.

Obwohl ihr noch eine recht junge Organisation seid, habt ihr schon ein recht interessantes Portfolio an Partnern und Sponsoren. Das geht von einem Selfmade-Shop aus Österreich bis hin zu einem französischen Reiseportal. Wie seid ihr dazu gekommen?

Grundsätzlich stecken unsere Eltern dahinter, die sind großteils selbstständig und haben uns auch bereitwillig in dieser Hinsicht unterstützt. Wir haben gewusst, dass es als Neuling schwer ist, einen etablierten Sponsor an Land zu ziehen und deshalb haben wir in unserem Verwandten- und Bekanntenkreis nachgefragt. Natürlich sind wir generell auf der Suche und wir haben da auch potenzielle Anfragen, aber es ist derzeit nichts, was fix in Stein gemeißelt ist.

Eure Website ist größtenteils auf Englisch. Heißt das, dass ihr auch internationale Bestrebungen habt oder euch auch um internationale Sponsoren umschaut?

Der Hintergedanke in der Vorgehensweise liegt hauptsächlich darin, dass wir uns andere eSports Teams und Vereine angeschaut haben und der Großteil die Homepage auf Englisch haben. Ich persönlich finde, dass es dadurch professioneller wirkt. Deshalb ist der Entschluss entstanden, sämtliche Social Media und Internet-Auftritte auf Englisch und nicht auf Deutsch zu halten.

Tyrol Tactics Foto Vorstand
Die Obmänner von Tyrol Tactics zusammen mit Manuel Haselberger vom ESVÖ. (Fotos: Tyrol Tactics)

Ihr seid im Westen Österreichs neben West Austria Gaming und PineApps einer der wenigen eSports-Vereine. Warum glaubst du, ist der eSport im Westen eher unterrepräsentiert im Vergleich zum Osten?

Nachdem wir dem ESVÖ beigetreten sind, haben wir gemerkt, dass unsere Organisation einer der wenigen westlich von Salzburg ist. Ich glaube, dass es einfach an den ländlichen Strukturen liegt und deshalb auch das Thema nicht sehr verbreitet ist. In Innsbruck hat sich endlich einiges verändert seit der Eröffnung des Spielraums. Es geht ein Ruck durch die Szene und ich glaube, dass sich da noch einiges tun wird. Auch die Turniere von PineApps helfen da ungemein weiter.

Ein weiterer Faktor ist das Thema Publicity. Viele wissen einfach nicht, dass es Organisationen gibt, die hier verstärkt agieren. Man hat das gemerkt, nachdem ein Bericht über uns in den Bezirksblättern veröffentlicht wurde: Da haben sich einige bei uns gemeldet und wollten mitmachen.

Willst du zum Abschluss noch etwas los werden?

In erster Linie will ich mich bei allen bedanken, die uns geholfen haben und natürlich auch bei den Sponsoren. Wir wollen hoffentlich in naher Zukunft zu einer wichtigen Stützen des eSports in Tirol werden und daran arbeiten wir auch jeden Tag !

Infolinks:

Offizielle Website von Tyrol Tactics

Artikel im Bezirksblatt über Tyrol Tactics